Friedensbildung – so kann es aussehen!

Eine Projektwoche und Fortbildungen für Lehrkräfte machen Friedensbildung an Schulen konkret

Rüstungsunternehmer Wolfgang diskutiert mit Apothekerin Tatjana, der Regierungspolitiker Dr. Stephan mit Professorin Heidrun und Student Silvio mit der Juristin Shulamit. Wer gibt etwas Geld? Oder seine öffentliche Unterstützung? Spenden sammeln? Waffenexporte verbieten? Die Opposition aufrüsten? Gleich ist die Runde vorbei, nichts geht mehr. Die Schüler_innen sind mitten im Planspiel CivilPowker. Es geht darum, was man von Deutschland aus zur Entschärfung eines internationalen Konfliktes tun kann. Vieles wird diskutiert, Manches würden helfen, doch nicht alle Figuren haben ein Interesse daran, konstruktive Karten auszuspielen...

Die 11. Klassen der KGS Humbold in Halle (Saale) beschäftigten sich Mitte Oktober im Rahmen einer Projektwoche mit den Themen Krieg und Frieden. Neben dem Planspiel zu zivilem Engagement in internationalen Konflikten wurden professionelle Friedensfachkräfte als Referent_innen eingeladen. Sie erzählen hautnah von ihren Erfahrungen im Ausland und den Möglichkeiten und Grenzen der zivilen, gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Dazu lieferte auch die Ausstellung „Wir scheuen keine Konflikte“ verschiedenste Einblicke. Die Schüler_innen erfuhren, wie Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes arbeiten – etwa im Niger zwischen Bauern und Viehzüchtern im Streit um Wasserstellen vermitteln. Oder wie sie israelische und palästinensische Jugendliche zusammenbringen.

 

Aber auch viele Lehrkräfte und Lehramts-Studierende hatten in den letzten Monaten die Gelegenheit, Methoden und Materialien der friedenspolitischen Bildung kennenzulernen. Der Projektreferent Marcus Stückroth: „Häufig wollen Pädagog_innen selbst mehr über Friedensarbeit und Friedensbildung wissen. Schließlich erreichen uns ja täglich Berichte von Kriegen und Konflikten in der Welt. Schnell macht sich scheinbare Ohnmacht breit, selbst nichts dagegen machen zu können. Das führt regelmäßig auch zum verstärkten Ruf nach der internationalen Gemeinschaft, die mittels eines Militärschlags den 'Frieden sichern' soll. Das funktioniert natürlich meistens nicht...“ In den eigens auf die Fragen und Wünsche der Teilnehmenden angepassten Fortbildungen werden friedenspädagogische Handlungsansätze, Inhalte und Methoden für die Arbeit mit Jugendlichen vermittelt, ausprobiert und nutzbar gemacht.

 

Haben Sie auch Interesse, solche oder ähnliche Veranstaltungen an ihre Einrichtung zu bringen? Nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf!