Tagung "Hier stehe ich und kann nicht anders!"

Martin Luther, Martin Luther King und die Musik - Die kulturelle und politische Nachwirkung der Reformation im zivilen Ungehorsam

Schlagworte: 

  • Martin Luther King
  • Reformation
  • Ziviler Ungehorsam
  • Jazz

Ort: 

  • Jena

Datum: 

13.11.2015

Martin Luther King, Jr. hat sich in seinem Engagement für die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA ausdrücklich auf seinen Namenspaten bezogen. Bei seinem Besuch in Berlin 1964 hat er darauf verwiesen, dass er in seinem aktiven gewaltfreien Widerstand genauso seinem Gewissen folge wie Martin Luther vor dem Reichstag in Worms. Der Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit – eine der wichtigen Traditionslinien der Reformation – ist über Jahrhunderte lebendig geblieben.

Musik war für den Protestantismus immer eine wichtige Ausdrucksform. Die Entdeckung der Individualität in der Reformation fand einen wesentlichen Ausdruck in der zu seiner Zeit revolutionären Musik Johann Sebastian Bachs. Für die schwarze  Protestbewegung war Jazz bedeutender Teil ihrer Kultur.

Der Tagungsort Jena ist bewusst gewählt: Jena war schon zu DDR-Zeiten ein Zentrum der Bürgerbewegung und des konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Aktuell gibt es eine Tradition zivilen Ungehorsams gegen Demokratiefeindlichkeit und Rassismus. Die Etablierung eines neonazistischen Musikfestivals konnte nicht zuletzt durch breit getragene Massenblockaden verhindert werden. Dies bietet eine besondere Chance, an diesem Ort die gesellschaftlich-emanzipatorischen Potenziale der Reformation und der schwarzen Bürgerrechtsbewegung zu aktualisieren und nach bleibenden Impulsen für aktiven, gewaltfreien Widerstand heute zu fragen. Dabei ist die Verwobenheit von musikalisch-kultureller und politischer Dimension ein wesentlicher Aspekt. Deshalb werden Vorträge und Workshops durch Konzerte ergänzt.

13.-15. November 2015 in Jena

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