Tagung: Trauma und Traumabearbeitung

Perspektiven und Herausforderungen für die Friedenspädagogik

Ort: 

  • Koblenz

Datum: 

26.09.2017

Der Arbeitskreis Friedenspädagogik der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V. lädt zur Jahrestagung:

Auf Pädagogen, Sozialarbeiter, Jugendbetreuer, Streetworker, Stadtteilbetreuer, Integrationsbeauftragte, Lehrpersonen, Konfliktarbeiter und nicht zuletzt auf Personen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren sind vielfältige neue Anforderungen in ihrem Berufsalltag hinzugekommen. Tagtäglich sehen sich diese Berufgruppen konfliktiven und konfrontativen Interaktionssituationen gegenüber. In jüngerer Zeit kommt noch eine gestiegene Zahl von Menschen mit traumatisierenden Erlebnissen hinzu. Ergänzende pädagogische Kompetenzen sind vielfach von Nöten. Welchen konstruktiven Beitrag kann hier die Friedenspädagogik leisten? Wie können zeitgemäße, an diesen aktuellen Lebenssituationen orientierte, friedenspädagogische Zugänge aussehen? Welche friedenspädagogische Kompetenzen können weiterhelfen und wie können diese adressaten- und bedarfsgerecht an die verschiedenen Akteursgruppen vermittelt werden?

Bereits die Jahrestagung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt im November 2016 hatte sich dem Themenfeld "Flucht und Migration: Herausforderung für die Friedenspädagogik" im Rahmen einer ersten Standortbestimmung angenähert. Die Jahrestagung 2017 schließt an diese Reflexionsprozesse an. Im Fokus steht nun jedoch eine ganz konkrete wichtige Herausforderung der kommenden Jahre. Die große Zahl geflüchteter Menschen, die ihre Heimat verlassen hat, erreicht im Bereich der sozialen und gesellschaftlichen Integration vor Ort ganz unmittelbar auch das Bildungssystem und das pädagogische Feld. Die Folgen von Krieg, Vertreibung und Flucht manifestieren sich in vielfältigen, vor allem auch psychischen Belastungsformen wie Verlust von Vertrauen, Ängste, Stress und Traumata.

Die Tagung berücksichtigt nicht nur die Aktualität des Themas, sondern möchte eine „Gesamtschau“ auf dessen Vielschichtigkeit und Komplexität ermöglichen. Die Jahrestagung wird konzeptionell in Vorträge und Workshops zweigeteilt. Dabei wird sowohl die aktuelle Forschungslandschaft zum Thema Trauma rezipiert und diskutiert, wie auch auf Basis theoretischer Grundlagen, handlungsbezogener Zugänge wie auch konkreter Methoden und Konzepten der friedenspädagogische Diskurs in diesem Kontext gemeinsam weiter entwickelt.

Inhaltliche Themenschwerpunkte bilden dabei:

  • Die Rolle und Relevanz von Trauma und Traumabewältigung in der friedenspädagogischen Theorie und Praxis;
  • Die Förderung von pädagogischen Umgangsformen und förderlichen Strukturen unter Einbezug des sozialen und gesellschaftlichen Umfeldes;
  • Die Möglichkeiten und Grenzen von Handlungsoptionen von Lehrpersonen und Multiplikatoren in der Arbeit mit traumatisierten Menschen.

 

26. & 27. September 2017, Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz

Programm und weitere Informationen: www.uni-ko-ld.de/jahrestagungfriedenspaedagogik2017